Kurz & knapp – worum es geht
Ein öffentlicher Stadtteilpark soll verkauft und bebaut werden. Ein Investor plant ein neues Projekt – ein ganzer Stadtteil kämpft um seinen Platz zum Spielen, Begegnen und Durchatmen.
Der Park
Der Stadtteilpark an der Kieler Straße in Lankow ist rund 4.800 m² groß. Obstbäume, Rasenfläche, Spielgeräte, Bänke – hier treffen sich Kinder, Familien, Ältere und Nachbarn. Viele haben keinen eigenen Garten. Für sie ist dieser Ort der „Wohnzimmer-Park“ des Viertels.
Der Park wurde in den vergangenen Jahren mehrfach als Ort für Stadtteilfeste und Aktionen genutzt. Er ist nicht nur ein Spielplatz, sondern ein sozialer Treffpunkt und eine der wenigen größeren Grünflächen im Stadtteil.
Der Stadtteilpark wird sehr stark genutzt. Das hat auch die Erhebung der im Sommer 2025 beschlossenen Spielplatzkonzeption gezeigt: Nutzungsintensität: „Hoch“.
Video des NDR (3 min.): Der lange Weg zu Schwerins erstem Bürgerentscheid
Der Plan
Die Stadt möchte die Fläche an einen Investor verkaufen. Geplant sind ein Gewerbeobjekt mit Räumen für Praxen, einzelne Wohnungen, zusätzliche Einkaufsflächen und ein größerer Parkplatz. Dafür würde der gesamte Park versiegelt.
Als Ersatz sind zwei kleine Spielflächen an anderen Stellen vorgesehen – eine direkt an einer Straße, eine hinter einem Haus. Sie sind deutlich kleiner und können den gewachsenen Park mit seinen Bäumen und offenen Flächen nicht ersetzen.
Zum Vergleich: Die geplanten Mini-Ersatzflächen sind zusammen viel kleiner. Asphaltwege werden als "Ersatz" angegeben.
Der Plan des Investors: Ein Großteil wird kostenpflichtiger Parkplatz
Mach mit! Gib den Kindern und dem Park deine Stimme!
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Ein Bürgerentscheid gewinnt sich nicht von allein. Menschen müssen wissen, dass er stattfindet, verstehen, worum es geht, und motiviert werden, ihre Stimme abzugeben.
Dafür braucht es sichtbare und verständliche Informationen im ganzen Stadtgebiet – nicht nur in Lankow.
- Plakate und Banner in Lankow und der Innenstadt
- Flyer und Infobroschüren für Haushalte, Kitas, Schulen und Treffpunkte
- Infoveranstaltungen, Stadtteilspaziergänge, Diskussionsrunden
- Material für Kinder- und Jugendaktionen im Park
- Technik, Porto, Druck- und Raumkosten
All das kostet Geld, das eine Bürgerinitiative allein nicht stemmen kann. Deine Spende hilft, dass die direkte Demokratie nicht an fehlenden Mitteln scheitert.
Spendenlink:
https://www.gofundme.com/f/mit-deiner-hilfe-zum-erfolreichen-entscheid
Wir sind eine Bürgerinitiative aus Lankow. Der Park ist ein gemeinsamer Ort – unser Ziel ist, dass alle Schwerinerinnen und Schweriner fair, transparent und verständlich informiert entscheiden können.
Deine Spende unterstützt keine Partei, sondern ein demokratisches Verfahren und den Erhalt einer öffentlichen Grünfläche.
Hintergründe – was in Lankow geplant ist
Was heute da ist
Der Stadtteilpark an der Kieler Straße ist ein offener, kostenloser Raum. Keine Zäune, keine Eintrittsgelder, keine Konsumpflicht. Kinder können dort spielen, ohne etwas kaufen zu müssen. Ältere finden Bänke im Schatten. Nachbarinnen und Nachbarn kommen ins Gespräch.
Gerade in einem Stadtteil, in dem viele Menschen in Mehrfamilienhäusern ohne eigenen Garten leben, ist ein solcher Freiraum mehr als „nice to have“ – er ist Teil der Grundversorgung mit Grün und Aufenthaltsqualität.
Was gebaut werden soll
Der geplante Neubau umfasst:
- Ein Gewerbeobjekt mit Räumen für Praxen
- Einen Anbau mit wenigen Wohnungen
- Zusätzliche Gewerbe- oder Verkaufsflächen
- Einen erweiterten Parkplatzbereich - nur für Kunden
Die gesamte bisherige Grünfläche würde dafür aufgegeben und bebaut werden. Versickerungsfläche, Schatten, offene Wiesen – all das ginge verloren. Es braucht nicht mehr Supermärkte, sondern mehr Grünflächen und Begegnungsflächen.
Ärztliche Versorgung
In Schwerin werden derzeit keine neuen kassenärztlichen Sitze geschaffen. Neue Praxen könnten nur entstehen, wenn bestehende Praxen umziehen oder private Angebote aufgebaut werden. Es wird also nicht mehr Ärzte für gesetzlich versicherte Menschen geben.
Klima & Umwelt
Bäume und unversiegelte Fläche kühlen im Sommer, lassen Regenwasser versickern und bieten Lebensraum für Tiere. Mit jedem versiegelten Quadratmeter gehen Funktionen verloren, die später kaum wiederherstellbar sind.
Lebensqualität
Der Park ist ein Ort, an dem Menschen einfach sein dürfen – ohne Konsumzwang, ohne Ticket. Solche Orte sind besonders für Kinder, Jugendliche und Menschen mit wenig Geld wichtig.
Kinder & Jugendliche – wurden nicht beteiligt
Fehlende Kinder- und Jugendbeteiligung
Von der Planung bis zum jetzigen Stand gab es keine systematische Kinder- und Jugendbeteiligung zum Stadtteilpark Lankow – obwohl es in Schwerin und auf Landesebene klare Empfehlungen und Vorgaben gibt, Kinder und Jugendliche bei sie betreffenden Vorhaben einzubeziehen.
Weder Kinder aus Lankow-Kitas, noch Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtteil, noch Jugendgruppen wurden in Werkstätten, Umfragen oder Gesprächen aktiv beteiligt. Die Gruppe, die den Park täglich nutzt, hatte formal kaum eine Stimme.
Auch das Kinderhilfswerk Deutschland (Bundesstelle) hat in einem Schreiben an den Oberbürgermeister und das Innenministerium kritisiert, dass Kinder- und Jugendrechte im Prozess nicht beachtet wurden. Die Stadt hat zugeben müssen, dass hier das "Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz" gebrochen wurde. Das Gesetz hat leider keine Sanktionen definiert und so sind Kinder- und Jugendmeinungen hier nicht gehört worden.
Der Bürgerentscheid ist damit auch eine Chance, die Interessen von Kindern und Jugendlichen sichtbar zu machen:
Ein Ja für den Park ist ein Ja für Räume, in denen junge Menschen sich frei und sicher bewegen können.